Prof. Dr.  Hans Zangl
Professur für Betriebswirtschaftslehre,
insbesondere Kostenrechnung,
Arbeitssteuerung,
Wissens- und Prozessmanagement

Hochschule München, Fakultät 06,
Lothstr. 34, D-80335 München
Tel: +4989-1265-1169;
Fax: +4989-1265-1480

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Sprechstunde: Raum D 312; Termin

 

Genusswanderung im Piemont: In acht Tagen um das Valle Maira (August 2006)

Was macht man im August, wenn das Wetter in unseren Alpen schlecht ist? Man sucht sich besseres Wetter und andere Berge! Wir, Sabine und ich, wurden fündig im Piemont. Zunächst wollten wir einige Etappen vom GTA machen, der auch mit mehreren Varianten durchs Valle Maira führt, aber nach der Lektüre des ausgezeichneten Wanderführers von Bauer/Frischknecht (Antipaste und alte Wege, Rotpunktverlag), haben wir uns für das Valle Maira entschieden. Die Entscheidung war goldrichtig! Bei acht Tagen Sonnenschein wanderten wir auf alten Kulturpfaden in Höhen zwischen 1.000 und 2.500 Metern durch eine ehemalige Kulturlandschaft, aus der sich die Menschen (leider) wieder weitgehend zurückgezogen haben. Herrliche Landschaftsbilder, verlassene Bergdörfer, eine vielfältige Flora und Fauna, Stille und Einsamkeit prägten die Wanderung.

Der Kulturpfad wurde vor einigen Jahren neu angelegt, wird Percorsi Occitani (PO) genannt, ist ausgezeichnet mit gelben Rechtecken gekennzeichnet und wird gut gepflegt. Höhepunkt fast jeder Tagesetappe war das Essen in den unterschiedlichen Unterkünften (Posto Tappa) auf dem Weg. In mehreren Gängen genossen wir die einheimische Küche bei sehr gutem Rotwein. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt, man kann nicht wählen, jeder Gang ist eine neue Überraschung.

Nach dem Führer von Bauer/Frischknecht sind 12 Tagesetappen vorgesehen. Aus Zeitgründen haben wir daraus acht gemacht, d.h. an vier Tagen haben wir zwei Etappen zusammengefasst. Die Etappendauern bewegten sich zwischen 6 und 9 Stunden pro Tag, d.h., man muss schon eine gewisse körperliche Fitness mitbringen.

Tipps:
- Wanderführer von Bauer/Frischknecht kaufen, lesen und mitnehmen; alle Adressen und Telefonnummer sind enthalten!
- Italienische IGC-Karten Nummer 7 und 6 kaufen und mitnehmen
- Wer weder italienisch noch französisch
spricht, sollte ein keines Wörterbuch Deutsch-Italienisch mitnehmen
- Nur eine Wasserflasche mitnehmen.Es gibt immer wieder Brunnen oder Bäche zum Auffüllen
- Kein Essen mitnehmen, in jedem Posto Tappa erhält man für wenig Geld zumindest Käse und Brot für die Wanderung
- Leichten Hüttenschlafsack aus Seide
- Die Ünterkünfte vorher telefonisch reservieren, aber unbedingt absagen wenn man nicht kommt (es wird für das Essen geplant). Wer Zimmer will sollte unbedingt mehrtägig vorher reservieren, es gibt nur wenige.
- Mobiltelefon mitnehmen, fast überall im Tal hat man ein Netz.

- Saubere Duschmöglichkeiten mit warmen Wasser gibt es an jedem Ort.

Unser Programm in Kürze

Anfahrt Fahrt über die Schweiz nach Mailand und Turin nach Dronero, dem Eingangsort des Valle Maira. Übernachtung/Essen im Hotel Cavallo Bianco.
Etappe 1 Dronero - Pagliero: Zusammenfassung von 2 Etappen, ca. 8 Stunden. Wir lassen das Auto beim Hotel stehen, hinterlassen auch für alle Fälle die Autoschlüssel und laufen los. Nach 5 Minuten geht es bereits bergan. Bei Santa Maria steigen wir in den Percorsi Occitani (PO) ein, der offiziell in Villar S. Constanzo beginnt. Übernachtung im einzigen Posta Tappa (Stockbetten), wir sind die einzigen Gäste. Es gab leckeren Hasenbraten!
Etappe 2 Pagliero - Camoglieres/Macra, ca. 6 Stunden. Wir übernachten 20 Minuten vor Macra in Camoglieres in der sehr schönen Unterkunft Locando del Silenzio (Zweibett-Zimmer mit Dusche und sehr gutem Mehrgänge-Menue)
Etappe 3 Camoglieres/Macra - Elva: Zusammenfassung von 2 Etappen, ca. 9 Stunden. Übernachtung im Locanda occitana San Pancratio d`Elva von Hans Clemer (Zweibett-Zimmer mit Dusche und sehr gutem Mehrgänge-Menue)
Etappe 4 Elva - Ussolo, ca. 6 1/2 Stunden. Übernachtung im einzigen Posta Tappa (Stockbetten). Das Essen war sehr ordentlich.
Etappe 5 Ussolo - Campo Base, ca. 6 Stunden. Übernachtung im einzigen Posta Tappa (Stockbetten). Das war die einzige Etappe, wo das Essen und die Freundlichkeit der Wirtsleute lange nicht das hohe Niveau der anderen Etappenorte hatte. Es hatte das Niveau, das wir von vielen bayerischen oder österreichischen Hütten kennen.
Etappe 6 Campo Base - La Meja, Zusammenfassung von 2 Etappen, ca. 8 Stunden. Wir laufen am CAI-Refugio Gardetta vorbei noch etwa 45 Minuten weiter und übernachten im etwas tiefer liegenden L´Azienda Agrituristica la Meja (Zweibett-Zimmer). Wir sind die einzigen Gäste und essen gemeinsam mit der 5-köpfigen Wirtsfamilie, die hier oben einen großen Almbetrieb hat, in einer sehr gemütlichen Wirtsstube bei Kaminfeuer und einem sehr guten Menue. Hier oben (2.100 Meter) könnten wir es auch einige Tage aushalten mit Wanderungen über die Gardetta-Hochebene und Bergbesteigungen
Etappe 7 La Meja - Arata, ca. 6 1/2 Stunden. Übernachtung im Rifugio touristico Brec dal Verne im Zweibett-Zimmer. Die sehr freundlichen Wirtsleute geben sich eine besondere Mühe und übertreffen unsere Erwartungen. Abendessen und Frühstück erfuhren noch einmal eine Steigerung gegenüber der bisher bereits genossenen hohen Qualität in den anderen Unterkünften.
Etappe 8 Arata - Macra, Zusammenfassung von 2 Etappen, ca. 6 Stunden, wobei wir ca. 2 Stunden vom offiziellen PO abkürzten (ist auch als Variante im Führer beschrieben). Von Macra fahren wir mit dem Bus (Busfahrpläne sind auch aktuell im Führer) nach Dronero zu unserem Ausgangsort zurück. Im Hotel Cavallo Bianco können wir leider nicht übernachten, es war bereits Wochen zuvor wegen einer Hochzeit ausgebucht. Wir übernachten im Pino Verde im 4 Km entferten Tetti. Für das Abendessen haben wir schon einige Zeit voraus im Rosso Rubino einen Tisch reserviert (meistens ausgebucht) und geniesen einen traumhaften kulinarischen Abschluss unserer Genusswanderung. Rückfahrt am nächsten Tag nach München.


Einige Bilder von unserer Genusstour im Valle Maira

(Klicken Sie auf das Bild und Sie sehen es groß; eine Weiterverwendung der Bilder erfordert meine Genehmigung)

Hotel Cavallo Bianco in Dronero

Aufstieg nach Santa Maria
Brombeeren in Hülle und Fülle
Der Hollunder schmeckt köstlich

verfallene Häuser
Glockenturm von Roi mit Heuschober
Häusergruppe in Molineri di Pagliero
Pagliero; das Posto Tappa ist das alte Pfarrhaus neben der Kirche

Gut gerüstet geht es auf die nächste Etappe Richtung Marcra
Kirche San Sebastiano
Wunderbarer Waldweg
Blick zurück auf Fracchie (links) und Pagliero

Kurz vor Camoglieres mit Blick zum Talende in ca. 40 Km
Camoglieres (Unterkunft Locando del Selenzio)
Von Camoglieres (Hintergrund) geht es weiter
Alte Häuser in Langra

Blick auf Centenero (da könnte ich mir sehr gut eine Zweitwohnung vorstellen) und Caudano
Kirche St. Peyre am Berg und Basura im Tal
Blühender Fels
Centenero

Blick zurück auf St. Peyre und Paschero
St. Martino mit dem Berghotel der Maria Schneider (im Hintergrund)
St. Martino
Elva mit Übernachtung im Locanda occitana San Pancratio d`Elva von Hans Clemer

Früh am Morgen geht es in Elva weiter (im Hintergrund der Monte Camoscere mit 3.064 Meter, leicht zu besteigen)
Verlassene Häuser in Chiosso
Blick vom Rocca Orsiere auf Elva
Höhenweg zum Cole S. Michele (im Hintergrnd der Monte Visio)

Weiter Blick nach Süden auf die andere Talseite
Blumenwiesen, Schirmlinge und Berge (Rocca la Marchisa 3.074)
Abstieg nach Cesani
Toller Bergpfad über Albeno....

runter nach Ussolo mit Übernachtung im Posto Tappa
Viehaustrieb am Morgen in Ussolo
Aufstieg nach Grangette
leerer Kuhstall in Grangette mit Steingewölbe (habe ich so noch nie gesehen!)

Blick vom Punta Culour nach Westen zum Talende...
und ins Tal mit dem Ort Acceglio
Über Almwiesen Abstieg nach Lausetto
Die Kirche von Chiappera am Ende des Tales (wir übernachten im Campo Base etwas außerhalb)

Von Chiappara (im Hintergrund) weiter über schönen Föhrenwald...
hoch zum Colle Ciarbonet, wo uns eine Kuhherde empfängt
Aufstieg zum Passo della Gardetta (2.437) übersäht mit alten Bunkern
Blick aus dem Bunker ins Tal

Blick über den Bunker hinweg ins Tal und zum Mont Vanclava
Von der Passhöhe gibt es einen herrlichen Blick über die Gardetta-Hochebene nach Osten (in der Mitte das CAI Refugio Gardatta)
Weiterwanderung am Refugio und vielen Kuhherden vorbei Richtung Rocca la Meja (2.831 Meter mit leichter Kletterei ersteigbar) ....
zu unserem Quartier auf 2.100 Meter (L´Azienda Agrituristica la Meja)

Weiterwanderung am Morgen über die östliche Gardetta-Hochebene am Rocca la Meja vorbei,
mit Blick zurück über die gesamte Gardetta Hochebene
Am Ostrand der Gardetta gibt es einen schönen Blick nach Norden zum Monte Visio
und natütlich gibt es auch hier Kuhherden am höchsten Punkt, dem Colle d´Ancoccia (2.533)

Blick nach Süden vom Colle del Mulo in die Seealpen...
und von da Abstieg nach Norden Richtung Arata ..
mit vielen Himbeer-Zwischenmahlzeiten
zu unserem Quartier Rifugio touristico Brec dal Verne in Arata

Die beste Köchin und Wirtin auf unserer Tour im Rifugio touristico Brec dal Verne
Am Morgen Aufstieg zum Ort Reinero
Unten im Tal liegt Arata (vorne) und Torello (hinten)
Über wunderbare Waldpfade geht es nach....

Palent
Blick auf Aramola und Weiterwanderung nach ...
Colletto...
mit kleiner Kirche und von hier ....

direkter Abstieg nach Macra
Unser kulinarischer Abschluss und Höhepunkt im Rosso Rubino in Dronero
Wir sind sehr zufrieden und glücklich